Newsletter April 2015

 

Liebe Mitglieder, liebe KooperationspartnerInnen,

 

wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des  Newsletters!

 

Krankenkasse ab 2016

 

Bereits im letzten Newsletter wiesen wir auf die Petition zu dem Thema Krankenkasse in der Kindertagespflege hin. Wir haben Neuigkeiten! Die Bundestagsfraktionen der CDU und SPD haben im Zusammenhang des GKV Versorgungssstärkungsgesetzes den Antrag gestellt, die Sonderregelung der Krankenversicherung in der Kindertagespflege bis zum 31.12.2018 zur verlängern. Wir hoffen auf ein positives Abstimmungsergebnis, da die CDU und SPD die Mehrheit im Bundestag bilden. Dennoch gilt es, das Abstimmungsergebnis abzuwarten. Wir sehen dieses durchaus als einen Teilerfolg an. Jedoch sehen wir auch die, die sich nicht so begeistert zeigen. Wir hätten uns gewünscht, dass wir uns hauptberuflich versichern können, gemessen am realen Gewinn. So wie es auch in der Petition gefordert wird. Hauptberuflich bedeutet schon in seinem Wort als solches eine andere Profession, die durchaus ein Schritt in die Richtung Anerkennung als Berufsbild gehen würde. Zudem könnten viele Tagespflegepersonen endlich Krankengeld versichern. Daher ist der Antrag der CDU und SPD nur ein Teilerfolg. Wir sehen es ähnlich, wie die kritischen Stimmen zu dem Antrag. Es ist ein erster Erfolg, der für viele Tagespflegepersonen eine enorme finanzielle Entlastung bedeutet. Jetzt heißt es dran bleiben und bis 2018 erreichen, dass wir HAUPTBERUFLICH und EINKOMMENSABHÄNGIG eingestuft werden. Dazu haben wir über 3 Jahre Zeit, das fundiert vorzubereiten und zu fordern. Fiktive Bemessungsgrundlagen sind jedoch sozial ungerecht, diese gilt es weiterhin zu bekämpfen. Um hier etwas maßgeblich zu verändern, bedarf es der Unterstützung vieler Selbstständiger bundesweit, denn diese nicht gerechte Bemessungsgrundlage betrifft jeden Selbstständigen in Deutschland.

Wer unsere Petition unterzeichnen möchte, kann dieses noch tun:

Hier klicken und los geht’s! DANKE!

 

Qualitätssiegel

 

Wir nähern uns mit großen Schritten der Zielgeraden. Zurzeit werden die Prüfer ausgewählt, deren Schulung im Sommer stattfinden soll. Jeder, der gerne am Siegel teilnehmen möchte, kann sich bereits jetzt an unser Büro wenden. Sie werden dann informiert, sowie wir starten. Die ersten Teilnehmer erhalten vergünstigte Konditionen. Die Kitas haben den Kita TÜV, die Kindertagespflege in Hamburg das Qualitätssiegel. Lassen Sie sich zertifizieren und zeigen Sie Profil!

info@tagesmuetter-hamburg.de

 

Kindertagespflege bundesweit

 

Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat den 5. Bericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes veröffentlicht. Interessant sind die Ergebnisse der befragten Eltern zur Zufriedenheit mit der Betreuung in der Kindertagespflege. 96% der Eltern sind mit der Betreuung sehr zufrieden oder zufrieden. Im Bereich der Betreuung in den institutionellen Einrichtungen lag der Wert bei 90,7%. Somit schneidet die Kindertagespflege bei den befragten Eltern besser ab. Eine bessere Werbung kann man sich kaum wünschen. Eine Zusammenfassung des Berichtes können Sie hier nachlesen.

 

Im Rahmen eines Forschungsprojektes hat die Leuphana Universität in Lüneburg einen Ratgeber zur Gründung einer betrieblichen Großtagespflegestelle veröffentlicht.  Schritt für Schritt wird erläutert, welche Möglichkeiten Unternehmen in Niedersachsen haben, diese Form der betrieblichen Kinderbetreuung in Niedersachsen zu verwirklichen. Ein Ratgeber, der sicherlich auch außerhalb Niedersachsens interessant ist. Bei Interesse lässt sich der Ratgeber hier downloaden.

 

In der Kindertagespflege bundesweit herrscht momentan viel Unruhe. Bundesweit haben sich Interessengemeinschaften und Vereine gegründet. Die Berufsvereinigung hat ebenfalls mehrere neue Regionalgruppen. Der Krippenausbau hat vielerorts die Nachfrage verändert, nicht immer zum Guten für die Kindertagespflege. Interessant ist es, das die Forderungen der Interessengemeinschaften und anderen Interessenverbänden sich nicht nur auf die Finanzen beschränken. Vorrangig möchten natürlich alle eine entsprechende Vergütung erzielen, aber immer mehr Tagespflegepersonen wird bewusst, dass zu einer qualifizierten und zuverlässigen Betreuung noch viele andere Faktoren zählen: Vergütung bei Krankheit und Fortbildung, durchgehende Bezahlung (keine stundengenaue Abrechnung), gute Fortbildungsangebote, Kostenerstattung für Fortbildungen, Mietkostenzuschüsse, Vertretungskonzepte (inkl. der Kostenübernahme), Supervisionen und fachliche Begleitung. All‘ diese Punkte hat die Berufsvereinigung gerade in einem Positionspapier gefordert. Liest man sich dieses Papier durch, so wird man feststellen, dass viele der geforderten Punkte in Hamburg bereits gängige Praxis sind. Sicherlich bewegt sich Hamburg bezüglich der Vergütung nicht im oberen Bereich, dennoch sind unsere Rahmenbedingungen durchaus positiv. Es wurde jetzt ein Standardpapier für die Jugendämter in Hamburg veröffentlicht, das die fachliche Arbeit der Jugendämter in Hamburg in der Kindertagespflege beinhaltet. Wer sich näher mit diesem Papier beschäftigt, wird merken, dass manche Punkte nur auf dem Papier existieren, dieses entsprechend auch in der Praxis zu erreichen, muss unser gemeinsames Ziel sein.

http://www.hamburg.de/contentblob/4463704/data/standardpapier.pdf

 

In Bayern hat eine Tagesmutter auf leistungsgerechte Vergütung geklagt. Sie ist gelernte Erzieherin. Die Klage hat sie verloren. Das Gericht hat die Vergütung in Würzburg als leistungsgerecht beurteilt. 3,98 Euro / Stunde bezahlt die Stadt Würzburg. Die Bezahlung bei Krankheit und Fortbildung ist fest reglementiert, Fortbildungen sind kostenpflichtig. Rechnet man nun alle Faktoren in Hamburg zusammen, so kommt man in der Qualifikationsstufe 3 den 3,98 Euro sehr. Eine herbe Niederlage, die sicherlich Kreise ziehen wird. Die Tagesmutter will in Berufung gehen. Interessant ist, dass Würzburg zum 1.1. dieses Jahres die Vergütung auf 3,98 Euro angehoben hat. Im Sommer letzten Jahres hat unsere Kollegin die Klage eingereicht. Es drängt sich der Verdacht auf, dass man eine Niederlage vermeiden wollte und man schnell die Vergütung angehoben hat.

 

Als sehr bedenklich sehen wir die Entwicklung in der Kindertagespflege im Hamburger Umland an. Im Kreis Pinneberg klagen zurzeit mehrere Tagespflegepersonen und Eltern. Der Kreis Pinneberg fördert die Betreuung in der Kindertagespflege nur noch, wenn die Eltern keinen Betreuungsplatz in einer Kita bekommen haben. Sie müssen einen entsprechenden Nachweis erbringen. Wird das Kind in der Kindertagespflege betreut und die Eltern bekommen einen Platz in einer Kita angeboten, müssen sie bei Ablehnung des Kitaplatzes die Betreuungskosten in der Kindertagespflege komplett alleine tragen. Die Förderung wird durch den Kreis gestrichen. Der Kreis Pinneberg hebelt das Wunsch- und Wahlrecht  der Eltern laut SGB VIII komplett aus. Die Gleichrangigkeit der Kindertagespflege wird mit Füßen getreten, sie wird als nachrangiges Angebot gehandelt.

Für die Tagespflegepersonen ist das ein unkalkulierbares finanzielles Risiko. Kein Betreuungsplatz ist mehr sicher, die wenigsten Eltern können es sich leisten, die Betreuungskosten komplett alleine zu tragen. Im Kreis Stormarn gibt es ebenfalls erste Kommunen, die so handeln. Bargteheide und Trittau sind nur zwei Beispiele.

 

Wir als Verein werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass sich unsere Rahmenbedingungen nicht verschlechtern, sondern weiter verbessern und wir eines Tages leistungsgerecht bezahlt werden.

Um unsere Arbeit weiterhin gewährleisten zu können, brauchen wir dringend Verstärkung. Wer Lust hat, sich im Vorstand und Verein zu engagieren, meldet sich bitte bei uns. Es geht um die Zukunft des Vereins und somit um Ihre Interessenvertretung in Hamburg! info@tagesmuetter-hamburg.de

 

Es grüßt der Vorstand!

Poßmoorweg 44

22301 Hamburg

 

Tel. 040/2003377

info@tagesmuetter-hamburg.de

oder über unser Kontaktformular

 

Bürozeiten:

Montag-Freitag:

09.00-12.00 Uhr

 

Vermittlungsgesuche

bitte hier aufgeben.

Unsere Kooperationspartner:

Wir sind die Vertretung Hamburgs als Landesverband im Bundesverband für Kindertagespflege
Mitglied im "Der Paritätische Hamburg"
Vernetzte Kinderbetreuung
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